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Tanklöschfahrzeug-Wald (spezielle Tanklöschfahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung, unterschiede zwischen Bundesländern)
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DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
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1. Europäische Norm
2. Englisch
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RubrikFahrzeugtechnik zurück
ThemaTLF 2/3000 (dt.) vs. CCFM (fr.)50 Beiträge
AutorStef8fen8 W.8, Elmstein / Rheinland-Pfalz822879
Datum31.08.2016 19:45      MSG-Nr: [ 822879 ]17515 x gelesen

Hallo Kameraden,

bei der Erarbeitung eines Waldbrandkonzepts haben wir auch viele Informationen aus Frankreich besorgt, zum Beispiel in Form der französischen Vorschriften zur Waldbrandbekämpfung mittels "Waldbrand-TLF" als einzelnes Fahrzeug und in der Gruppe von vier Fahrzeugen (Groupe intervention feux de forêts (GIFF) = Eingreifgruppe - Waldbrand) inklusive KDOW. In Frankreich wird normmäßig zwischen camion citerne rural (Tanklöschfahrzeug - Land, vgl. TLF16/25) und der "spezialisierten Unterart" camion-citerne feux de fôrets (Tanklöschfahrzeug - Waldbrand, vgl. TLF-W diverser Art) unterschieden.

Mir liegen die Normen leider nicht vor, es gibt die UNM - NF S 61-518 Camion citerne feux de fôrets (CCF) für die Waldbrand-TLF welche nach ihrem Gewicht in drei Klassen eingeteilt sind:
Classe Léger: 3t-7,5t (leichte Klasse)
Classe Moyen: 7,5t-14t (mittlere Klasse)
Classe Super: >16t (schwere Klasse)
Die Abmessungen und Beladungen nach Norm sind mir bisher nicht bekannt, es gibt aber genügend Beispiele diverser Hersteller welche auch aktuell sind. Die gebräuchliste Variante sind die CCFM mit ~2.500-4.000l Wasser, einer Besatzung von 1/3 in einer herstellerseitigen Doppelkabine, einer relativ minimalistischen Ausrüstung und einem meist offenen Pumpenbedienstand mit zwei Haspeln für einmal einen formbeständigen Schlauch und einmal einen Faltschlauch (Größe ähnlich C-Schlauch mit 45mm Durchmesser).

Wenn man jetzt Beispiele von Fahrzeugen der letzten 5 Jahre heranzieht, findet man zum Beispiel bei Gimaex folgende Fahrzeuge:

a) Mercedes Unimog U5000; 14,5t mit 4.000l Wasser, FPN10/1500 mit DZA; Seilwinde; Staffelkabine serienmäßig ergänzt durch kombinierten Überrollbügel mit Selbstschutzanlage; Länge=6800mm, Breite=2500mm, Höhe=3000mmm

6468.1.jpg

b) Iveco Eurocargo ML140E24 WS; 14t mit 4.300l Wasser; FPN10/1000; Staffelkabine serienmäßig ergänzt durch kombinierten Überrollbügel mit Selbstschutzanlage; Länge=6350mm; Breite=2500mm; Höhe=3100mm

11936.1.jpg

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Beispiel auf bos-fahrzeuge.info:
c) Renault Midlum 270 dXi; 14t mit 3,800l Wasser (3.500l Tank + 300l Selbschutzanlage); Staffelkabine serienmäßig ergänzt durch kombinierten Überrollbügel mit Selbstschutzanlage; FPN10/2000 mit DZA (100l Schaummittel); Abmessungen leider nicht gegeben.

351130-large.jpg

Dem gegenübergestellt die Normen in Deutschland für TLF2000 und TLF3000 mit wichtigen Rahmendaten. Beide Fahrzeuge natürlich mit Truppbesatzung von 3 Personen und dementsprechend ein normales Führerhaus, keine Doppelkabine.:

DIN 14530-18:2011-04:
TLF2000; Allradantrieb und mindestens geländefähig; 2.000l Wasser (Ausnahme: 1.800l); maximal 10t zGG; FPN10/1000; Länge=6300mm, Breite=2300mm (2500mm sind zugelassen!), Höhe=3100mm

DIN14530-22:2011-04:
TLF3000; Allradantrieb und mindestens geländefähig; 3.000l Wasser [120l Schaummittel]; maximal 14t zGG; FPN10/2000; Länge=7500mm, Breite=2500mm, Höhe=330mm

===

Wenn man die Daten der französischen "Waldbrand-TLF" (CCFM) mit den Daten nach Norm eines TLF2000 und TLF3000 vergleicht, ergibt sich da ja weitestgehend eine Überdeckung. Die grundlegenden Anforderungen gemäß DIN EN 1846-1 bis 3 bzw. NF EN 1846-1 bis 3 sind ja auch gleich. Mir ist bewusst, daß jetzt gleich zwei Dinge passieren werden:
1.) Aus Düsseldorf hören wir ein leises Weinen...
2.) Die Fraktion "Pimp my TLF" wird aufspringen und schreien.

Meiner Meinung nach, würde man auf einem CCFM aktueller französischer Baurt die vollständige Beladung nach Norm des TLF3000 in Tabelle 1 "Standardbeladung TLF3000" und Tabelle 2 "Zusatzbeladung für Waldbrände" unterbringen und wäre was die äußeren Abmessungen und das zGG betrifft voll innerhalb der Grenzen, trotz der Doppelkabine in der man eine Besatzung von 1/5 unterbringen könnte und trotz einer möglicherweise verbauten Vorbauseilwinde welche abnehmbar ist, analog dem TLF 20/30 W aus Düsseldorf mit 3.000l Wasser und 150l Schaummittel über DZA auf Unimog U5000 von 2010.

Ob darauf ein Stromerzeugeragggregat inklusive Beleuchtungssatz, eine Tauchpumpe, Teile einer GAMS-Ausrüstung, mehr Schläuche, etc. verlastbar sind bezüglich Gewicht und Volumen sei mal dahingestellt. Die Franzosen haben extrem niedrige Aufbauten und selbst in diesen teilweise noch Luft, die oben von mir verlinkten französischen Fahrzeuge haben dafür auch mehr als 3.000l Wasser an Bord. Dafür aber eine Besatzung, die auch wirklich mit dem Fahrzeug arbeiten kann selbständig nach französischen Vorschriften. Mir ist bewusst, daß das auch nur 4 Personen sind aber es wären in diesen Kabinen auch 6 Sitzplätze möglich, womit wir bei einer deutschen Staffel wären.

Bei der Verwendung von Trupp-TFL aktueller deutscher Bauart als Angriffsträger in der Wald- & Flächenbrandbekämpfung taucht einfach immer wieder die Problematik auf, wieviel Personal man eigentlich mit welchen Fahrzeugen zum Einsatz bringt. Wenn ich jetzt den "Standardaufbau" wie er in der "Standardeinsatzregel - Wald- & Flächenbrandbekämpfung aus dem ecomed-Verlag von Cimolino, Südmersen, Neumann" heranziehe, sind dort z.B. 4 Strahlrohre (1xC & 3xD) und eine Pumpe zu besetzen, zuzüglich einer Führungskraft. Versuche ich die Strahlrohre mit Trupps zu besetzen um auch Handwerkzeug direkt einsetzen zu können (Glutnester!) und setze einen Melder als "Lookout" gemäß der amerikanischen Regel LCES ein, dann reden wir über minimum 11 Personen. Da kann man sich dann aussuchen, ob man geländefähige MTW/MZF nach vorn bringt (Eigenschutz?), ob man geländegängige LF nach vorn bringt (Größe? Verwendung für Wasserentnahmestellen und Wasserförderstrecken?), etc. aber irgendwoher muss das Personal und eventuell ergänzendes Material herkommen. Ein Zwitter aus TLF3000 und CCFM erscheint da irgendwie richtig attraktiv.

Um jetzt nicht sinnlos die Büchse der Pandora geöffnet zu haben, habe ich auch wirklich drei konkrete Fragen:

F1) Hat jemand Zugriff auf die französische Norm UNM - NF S 61-518 Camion citerne feux de fôret (CCF) oder zumindest den Beladeplan und die äußeren Abmessungen?

F2) Wäre ein CCFM welches alle Daten eines TLF3000 einhält bezüglich Gewicht, äußerer Abmessungen und Beladung normgerecht trotz der serienmäßigen Doppelkabine für 6 Personen?

F3) Gibt es aktuelle Beispiele aus Deutschland auf denen wirklich auf eine serienmäßige Doppelkabine von Mercedes (Unimog), Iveco oder MAN zurückgegriffen wurde für ein TLF? Keine Monster-TLF bitte sondern wirklich ein Fahrzeug ähnlich der französischen CCFM.

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Geändert von Steffen W. [31.08.16 19:59] Grund: = nur für angemeldete User sichtbar =

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